Realisierungswettbewerb Gudensberg

Stadt Gudensberg

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

„Umgestaltung Alter Markt und Umfeld der Stadtkirche“

April 2021

 

 

 

 

 

 

 

Auftraggeber

Stadt Gudensberg
Magistrat der Stadt Gudensberg
Kasseler Str. 2
34281 Gudensberg

 

Wettbewerbsbetreuung

DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
Büro Bremen                                                            
Am Tabakquartier 60                                              
28197 Bremen                                                         

Klaus von Ohlen                                                       
Telefon: 0421 897699 02                                       
E-Mail: klaus.vonohlen@dsk-gmbh.de                

 

Anlass und Aufgabenstellung

Südlich von Kassel gelegen beeindruckt die Kleinstadt Gudensberg mit einer einzigartigen Topographie. Die weithin sichtbare Ruine der Obernburg auf dem 306m hohen Schlossberg zeugt von der historischen Vergangenheit, als die Burg Sitz der hessischen Landgrafen im Mittelalter war. Am Nordhang des Schlossbergs befindet sich die Altstadt mit der Stadtkirche St. Margarethen und dem Alten Markt als historisches Zentrum der Stadt.

Gekennzeichnet von einer ausgeprägten Topographie bündelt der Alte Markt die wichtigen Wege- und Straßenbeziehungen in der historischen Altstadt und war bis in die 1970er Jahre Standort des historischen Rathauses, das im Zuge einer städtebaulichen Neuordnung abgerissen wurde. Der Alte Markt liegt zu Füßen der Stadtkirche, die von einer Natursteinmauer gefasst ca. 8m über dem Platzbereich thront.

Der Alte Markt ist allseitig durch historische Fachwerkgebäude gefasst. Zentrales Element ist eine historisierende Brunnenanlage, die im Rahmen einer Neugestaltung des öffentlichen Raumes in den 1980er Jahren entstand.

Gegenstand der Wettbewerbsbearbeitung ist – neben dem Platzbereich des Alten Marktes – ebenso das direkte Umfeld der Kirche, dass u.a. über Treppenanlagen an das Platzniveau angebunden ist.

Die Neugestaltung des historischen Zentrums ist ein wesentlicher Handlungsschwerpunkt der angestrebten Qualifizierungsmaßnahmen, die im Rahmen der Aufnahme der Stadt Gudensberg 2018 in das Bund-/Länder-Förderprogramm „Lebendige Zentren“ der Städtebauförderung des Landes Hessen angestoßen wurden. Unter Bezugnahme auf den städtebaulichen und historischen Kontext ist die Neuordnung und Gestaltung des öffentlichen Raumes unter Berücksichtigung aller funktionalen Anforderungen wie auch des Anforderungsprofils unterschiedlicher Nutzergruppen gewünscht. Im Sinne der Identitätsstiftung sind die Alleinstellungsmerkmale des städtischen Raumes zu erkennen und zu entwickeln.

Für die Freianlagen sind die netto Herstellungskosten mit insgesamt 880.000 € veranschlagt.

Mit dem Verfahren eines Realisierungswettbewerbes soll auf der Grundlage der Wettbewerbsergebnisse die beste freiraumplanerische, funktionale und wirtschaftlichste Lösung für die zu realisierenden Maßnahmen gefunden werden.

 

Art des Verfahrens

Der Wettbewerb wird als nichtoffener, freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 im Rahmen eines VgV-Verfahrens durchgeführt.

 

Zulassungsbereich

Der Zulassungsbereich umfasst die Staaten des europäischen Wirtschaftraumes EWR sowie die Staaten der Vertragsparteien des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen GPA.

 

Teilnahmevoraussetzungen

Teilnahmeberechtig sind Landschaftsarchitekt:innen.

Nachstehende Anforderungen an die Berufszulassung an natürliche bzw. juristische Personen sind von den Teilnehmer:innen zu erfüllen:

  • natürliche Personen, die gemäß Rechtsvorschriften ihres Heimatstaates zur Führung der Berufsbezeichnung Landschaftsarchitekt:in berechtigt sind und gemäß EG-Richtlinien in der Bundesrepublik Deutschland tätig werden können
  • juristische Personen, sofern deren satzungsmäßiger Geschäftszweck auf einschlägige Planungsleistungen ausgerichtet ist und ein/eine bevollmächtigte/r Vertreter:in und der/die Verfasser:in der Planungsleistungen, die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllt.

Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied teilnahmeberechtigt sein; es ist ein/eine bevollmächtigte/r Vertreter:in zu benennen. Mitglieder von Arbeitsgemeinschaften sowie Mitarbeiter:innen, die an der Ausarbeitung einer Wettbewerbsarbeit beteiligt waren, dürfen nicht zusätzlich am Wettbewerb teilnehmen. Verstöße hiergegen haben den Ausschluss sämtlicher Arbeiten der Beteiligten zur Folge.

Die Hinzuziehung weiterer Fachplaner:innen ist gestattet. Diese Fachplaner:innen unterliegen nicht den v. g. Teilnahmebedingungen.

Alle Teilnehmer:innen haben ihre Teilnahmeberechtigung sorgfältig zu prüfen. Die Teilnahme erfolgt in eigener Verantwortung. Bei Zweifeln über die Teilnahmeberechtigung wird eine Rücksprache bei der Architektenkammer empfohlen.

 

Kriterien zur Auswahl der Teilnehmer

Die Gesamtteilnehmeranzahl ist auf 15 einschl. 3 vorausgewählter Teilnehmer:innen begrenzt.

Erfüllen mehr als 12 Bewerbungen die Zugangskriterien, ermittelt die Ausloberin durch Losentscheid die Teilnehmenden am Wettbewerb sowie 6 weitere Bewerber:innen als potentielle Nachrücker aus. Nach Aufforderung zur Teilnahme dürfen Bewerbergemeinschaften nachträglich nicht verändert oder neu gebildet werden.

Ein Bewerbungsformular ist unter folgendem Link ab dem Tag der Veröffentlichung zur Verfügung gestellt: https://dsk-gmbh.de/wettbewerbe/gudensberg/

Folgende Eignungskriterien sind für die Zulassung zum RPW Wettbewerbsverfahren von den Bewerber:innen nachzuweisen:

  1. Technische und berufliche Leistungsfähigkeit,
  • durch Nachweis der Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung Landschaftsarchitekt:in. (durch Kopie der letzten Beitragsrechnung oder eine Bescheinigung der jeweiligen Architektenkammer, die nicht älter als 1 Jahr ist).
  • Referenznachweis

Nachweis der Objektplanung Freianlagen im eigenen Büro, mind. Leistungsphasen 2-5 nach § 39 HOAI von 1 Bauvorhaben der Honorarzone III oder höher mit einem Baukostenvolumen von mindestens 700.000 € netto (in der Kostengruppe 500), innerhalb der letzten 5 Jahre, mit Angabe des jeweiligen Auftraggebers/Auftraggeberin.

Um auch Berufsanfänger:innen und kleinere Büroorganisationen angemessen zu beteiligen, werden auch solche Bewerber:innen zum Losverfahren zugelassen, die den Referenznachweis als verantwortliche Projektleitung im Angestelltenverhältnis unter den vorgenannten Parametern und schriftlicher Bestätigung dieser Tätigkeit durch den/die ehemalige/n Arbeitgeber:in nachweisen.

Nachweis in Form eines Referenzblattes, max. Größe DIN-A3. (Hinweis: als nachgewiesen gilt eine Referenz, wenn die Leistungsphase 5 bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Wettbewerbsverfahrens abgeschlossen ist.)

Hinweis: Der Nachweis der Referenz ist nur von den gelosten Bewerber:innen zu führen und hat nach Aufforderung durch den Wettbewerbsbetreuer in einer Frist von 10 Tagen zu erfolgen. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, so werden die Nachrücker in der durch die Auslosung festgelegten Reihenfolge nachnominiert.

  1. Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit,
  • nachzuweisen durch eine Berufshaftpflichtversicherung.

Gefordert wird im Auftragsfall eine Berufshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssummen von 1,5 Mio. EUR für Personenschäden sowie 500.000 EUR für Sach- und Vermögensschäden. Zur Teilnahme am Wettbewerb genügt zunächst der aktuelle Nachweis einer bestehenden Haftpflichtversicherung (auch mit niedrigeren Deckungssummen) mit zusätzlicher Eigenerklärung, diese im Falle einer Beauftragung auf die geforderten Mindestdeckungssummen zu erhöhen. Preisträger:innen, die nicht bereits über eine Berufshaftpflichtversicherung mit den geforderten Mindestdeckungssummen verfügen, müssen im Verhandlungsverfahren zum Nachweis ihrer Eignung für die Auftragserteilung außerdem die Bestätigung eines Haftpflichtversicherers vorlegen, dass im Auftragsfall eine Haftpflichtversicherung mit den geforderten Mindestdeckungssummen abgeschlossen werden kann.

Der Teilnahmeantrag besteht aus dem Bewerbungsformular und den Nachweisen. Das Bewerbungsformular ist auf den eigenen Rechner herunterzuladen, dort lokal auszufüllen und zu speichern (Hinweis: Aktivierung des Kontrollkästchens durch Doppel-Links-Klick). Das ausgefüllte Bewerbungsformular und die erforderlichen Nachweise sind per E-Mail bis zum 26.05.2021 (E-Mail Eingang) an folgende Adresse zu senden:

gudensberg@dsk-gmbh.de

Eine gesonderte Unterschrift sowie eine fortgeschrittene oder qualifizierte Signatur sind für den Teilnahmeantrag nicht erforderlich. Die Textform ist ausreichend.

Formale Kriterien zur Zulassung des Teilnahmeantrags:

  • fristgerechter Eingang des Teilnahmeantrags
  • Vollständigkeit des Teilnahmeantrags

Nicht fristgerecht eingereichte Teilnahmeanträge bzw. schriftliche, in Papierform eingereichte oder formlose Anträge werden nicht berücksichtigt.

Folgende Teilnehmer:innen wurden vorausgewählt und zum Verfahren eingeladen:

  • GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel
  • Mann Landschaftsarchitektur, Fulda, Düsseldorf
  • LOMA architekture.landscape.urbanism, Kassel

 

Preisgericht und Vorprüfung

Die Wettbewerbsarbeiten werden durch ein Preisgericht beurteilt, das sich wie folgt zusammensetzt:

Fachpreisrichter:innen (stimmberechtigt):

  • Frau Prof. Constanze Petrow, Landschaftsarchitektin, Geisenheim
  • Frau Ute Aufmkolk, Landschaftsarchitektin, Hannover
  • Herr Prof. Dr. Ing. Stefan Bochnig, Landschaftsarchitekt, Höxter
  • Herr Prof. Wigbert Riehl, Landschaftsarchitekt, Kassel

Sachpreisrichter:innen (stimmberechtigt):

  • Herr Bürgermeister Frank Börner
  • Vorsitzender Ausschuss für Bauen, Planen, Umwelt
  • Vertreter:in Stadtkirchengemeinde

Stellvertretender Fachpreisrichter:

  • Herr Prof. Hans-Peter Rohler, Landschaftsarchitekt, Kassel
  • Herr Jens Bendfeldt, Landschaftsarchitekt, Kiel

Stellvertretender Sachpreisrichter:innen:

  • Erster Stadtrat
  • Vertreter:in des Vorsitzenden Ausschuss für Bauen, Planen, Umwelt
  • Vertreter:in Stadtkirchengemeinde

Sachverständige:

  • Herr Herz, Fördergebietsmanagement
  • Je 1 Vertreter:in Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung
  • 1 Vertreter:in Magistrat der Stadt Gudensberg
  • Vertreter:in Landesamt für Denkmalpflege
  • Fachbereichsleitung Bauen
  • Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik
  • 2 Vertreter:innen des Gremiums „Lokale Partnerschaft“ der Städtebauförderung

 

Preise und Anerkennung

Die Ausloberin stellt für Preise und Anerkennungen einen Gesamtbetrag in Höhe von € 19.000,00 netto zur Verfügung. Diese Wettbewerbssumme ist auf der Basis der § 40 der HOAI 2021 ermittelt worden. Die Aufteilung ist wie folgt vorgesehen:

  1. Preis 8.100,00 €
  2. Preis 5.600,00 €
  3. Preis 3.600,00 €

für Anerkennungen       1.700,00 €

Das Preisgericht ist berechtigt, durch einstimmigen Beschluss, eine andere Verteilung der Preis- und Anerkennungssumme vorzunehmen.

 

Weitere Bearbeitung der Aufgabe

Die Ausloberin beabsichtigt, soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe realisiert wird, unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts eine/einen der Preisträger:innen, ggf. in Stufen, mindestens mit den Leistungsphasen 2-5 und optional und ggf. in Stufen mit den Leistungsphasen 6 bis 9 nach § 39 HOAI 2021 zu beauftragen, sofern kein wichtiger Grund der Beauftragung entgegensteht und die Preisträger:innen eine einwandfreie Ausführung der zu übertragenden Leistungen gewährleistet.

Voraussetzung ist, dass die Finanzierung des Bauvorhabens durch die Ausloberin gesichert ist. Vor einer Beauftragung mit diesem Leistungsumfang wird die Ausloberin eine oder mehrere Kostenberechnung/en beauftragen, um sicherzustellen, dass die Wettbewerbsarbeit des/der Teilnehmers / Teilnehmerin, der/die mit den Planungsleistungen beauftragt werden soll, innerhalb des Kostenrahmens realisiert werden kann.

Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen der Wettbewerbsteilnehmer:innen bis zur Höhe des zuerkannten Preises nicht erneut vergütet, wenn und soweit der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird. Werden nur Bauabschnitte ausgeführt, so erfolgt die Anrechnung in angemessenem Verhältnis.

 

Zuschlagskriterien

Insgesamt handelt es sich um ein Vergabeverfahren, das im Rahmen der VgV stattfindet. Im Verhandlungsverfahren sind die Zuschlagskriterien und deren Wichtung wie folgt:

  • 50% Wettbewerbsergebnis
  • 20% Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Personals
  • 30% Angebotspreis

Im Verhandlungsverfahren mit den Preisträger:innen wird das Wettbewerbsergebnis als Zuschlagskriterium mit einer Gewichtung von 50% berücksichtigt. Dabei erhält der/die 1. Preisträger:in 5 Punkte, der/die 2. Preisträger:in 3 Punkte und der/die 3. Preisträger:in 2 Punkte. Vergibt das Preisgericht mit der hierfür vorgeschriebenen Mehrheit weitere Preise, so wird der/die 4. Preisträger:in mit 0,5 Punkt bewertet.

Der Auftraggeber behält sich die Möglichkeit der Zuschlagserteilung auf das Erstangebot vor.

 

Terminübersicht

Absendung der EU-weiten Wettbewerbsbekanntmachung26.04.2021
Einsendeschluss Bewerbung26.05.2021
Ausgabe der Unterlagen30.06.2021
Kolloquium14.07.2021
Abgabe Wettbewerbsarbeit17.09.2021
Preisgerichtssitzung03.11.2021

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