1. September 2026

Fünf Fragen an Melanie Schmitt

Vom 14. bis 16. September findet in Köln der diesjährige Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik statt. Vertreter:innen von Bund, Ländern und Kommunen diskutieren dort gemeinsam mit Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Planungs- und Beratungsbüros sowie mit Bürger:innen über aktuelle Themen der Stadtentwicklung. Melanie Schmitt, Gebietsleiterin DSK Rhein-Main und Prokuristin der DSK, wird beim Fachforum „Transformationsaufgabe Klimaanpassung: Von der Risikoanalyse zur integrierten Umsetzung“ des Bundesverbands DIE STADTENTWICKLER zu Gast sein. Sie spricht dort über Herausforderungen und Ziele einer strategischen Klimaanpassung in Kommunen.  

Wir haben ihr vorab ein paar Fragen dazu gestellt.   

Wie verändert der Klimawandel die konkreten Risiken für Städte und Gemeinden, und warum ist vorausschauende Klimaanpassung notwendig? 

Melanie Schmitt: Der Klimawandel ist in unseren Städten und Gemeinden längst spürbar, denn mehr Hitze, längere Trockenperioden, Starkregen und Hochwasser stellen Kommunen und den Einzelnen vor immer größere Herausforderungen und Risiken. Deshalb dürfen wir nicht erst reagieren, wenn Schäden bereits entstanden sind und man wie die Feuerwehr nur noch die Brände löschen muss. Klimaanpassung bedeutet vielmehr, heute schon an morgen zu denken.  

Bei Straßen, Plätzen, Gebäuden und Quartieren müssen Klimaanpassungsmaßnahmen deshalb von Anfang an berücksichtigt werden – etwa durch mehr Grün und Schatten, weniger versiegelte Flächen, eine bessere Speicherung von Regenwasser oder den Einsatz von klimaresilienten Materialien. Nur so können unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähig werden und bleiben auch in Zukunft lebenswerte und wirtschaftlich attraktive Orte.  

 

Wie können Beteiligung, klare Zuständigkeiten und Monitoring dafür sorgen, dass Klimaanpassung dauerhaft in der Kommune verankert und umgesetzt wird? 

Melanie Schmitt: Klimaanpassung kann nur gelingen, wenn viele gemeinsam daran arbeiten. Wichtig ist, die Menschen vor Ort frühzeitig einzubeziehen und klare Ziele und Verantwortlichkeiten festzulegen. Genauso wichtig ist ein regelmäßiger Blick auf die erreichten Fortschritte: Was funktioniert gut, wo müssen wir nachsteuern und was hat sich verändert? Klimaanpassung ist kein einmaliger Prozess, der irgendwann abgeschlossen ist, sondern eine Daueraufgabe. Sie muss als Teil der kommunalen Entwicklung gesehen werden und schrittweise erfolgen. Auch kleine Erfolge müssen regelmäßig kommuniziert werden, zum Beispiel durch eine öffentlich zugängliche digitale Projektdokumentation, in der die Maßnahmen transparent und nachvollziehbar dargestellt werden. 

 

Welche Maßnahmen zur Klimaanpassung haben sich in Ihrer bisherigen Arbeit besonders bewährt, und an welchem konkreten Projekt lässt sich das zeigen? 

Melanie Schmitt: Besonders bewährt haben sich Maßnahmen, die Klimaanpassung mit konkreter Stadtentwicklung verbinden, z.B. über die Städtebauförderung. Dazu gehören vor allem mehr Grün und Verschattung, Entsiegelung, ein besserer Umgang mit Regenwasser sowie die klimaangepasste Gestaltung von Straßen, Plätzen und Freiräumen. Auch die Förderung privater Modernisierungen, z.B. für Entsiegelung, energetische Sanierung und Begrünung, kann einen kleinen Beitrag zur Klimaverbesserung leisten. 

Ein gutes Beispiel aus unserer Arbeit ist die Stadt Cottbus. Dort zeigt sich, wie aus dem Strukturwandel neue Chancen für eine klimaangepasste Stadt- und Landschaftsentwicklung entstehen können. Rund um den Cottbuser Ostsee, die Seestadt mit der Seeachse bis in die Innenstadt hinein werden Themen wie Wasser, Grün, Erholung und Klimaanpassung zusammengedacht und umgesetzt. Entscheidend ist dabei für uns, dass Klimaanpassung nicht als Einzelmaßnahme betrachtet wird, sondern selbstverständlich in die Stadtentwicklung einfließt.  

 

Welche Herausforderungen treten bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in Kommunen auf, und wie lassen sie sich bewältigen? 

Melanie Schmitt: Eine große Herausforderung ist, Klimaanpassung neben den vielen anderen wichtigen Aufgaben einer Kommune tatsächlich umzusetzen. Begrenzte finanzielle Mittel in den Haushalten, fehlende personelle Kapazitäten in der Verwaltung und viele andere Prioritäten erschweren die Umsetzung von Maßnahmen.  

Wichtig ist, dass alle Akteure vor Ort, die Politik, Bürger:innen, aber auch Gewerbetreibende frühzeitig bei der Umsetzung eingebunden werden. Deshalb müssen wir gemeinsam Prioritäten setzen, um Klimaanpassung mit ohnehin anstehenden Projekten sinnvoll zu verbinden und passende Fördermöglichkeiten zu nutzen. So kann Klimaanpassung Stück für Stück in die kommunale Entwicklung integriert werden.  

  

Was brauchen die Kommunen in Sachen Klimaanpassung am dringendsten? Was ist hier Ihre Erfahrung aus der täglichen Zusammenarbeit? 

Melanie Schmitt: In unserer täglichen Zusammenarbeit erleben wir vor allem, dass Kommunen Unterstützung dabei brauchen, ins Handeln zu kommen. Die Herausforderungen sind in den Kommunen meist bereits bekannt. Es braucht klare Prioritäten, realistische und umsetzbare Maßnahmen sowie eine verlässliche Finanzierung. Ein konkreter Maßnahmenplan für die kommenden Jahre kann dabei helfen, Klimaanpassung auch über Legislativperioden hinaus kontinuierlich umzusetzen. Dafür sind etwa länderspezifische Klimakontingente und Klimafonds unbedingt nötig. Ebenso wichtig ist eine klare fachliche Kommunikation mit allen Beteiligten. Klimaanpassung darf nicht als zusätzliche Aufgabe gesehen werden, sondern alsintegraler Bestandteil kommunaler Projekte.  

Standorte

Das DSK-Standort Hannover

Mit 19 Mitarbeitenden am Standort Hannover betreuen wir seit über 30 Jahren 80 Sanierungsmaßnahmen in Niedersachsen. 

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Umwelt und Mobilität, Quartiersmanagement und Immobilien – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

Historischer Stadtplatz mit großem Baum in der Mitte, umgeben von gepflegter Rasenfläche und niedriger Einfassung. Im Hintergrund stehen mehrgeschossige, reich verzierte Altbauten mit roten Ziegeldächern und weißen Fassadendetails, während Autos am Rand parken.

Leistungen

Unser Standort leitet Projekte der Stadt- und Quartierentwicklung und setzt städtebauliche Dienstleistungen am Standort Hannover engagiert um. Wir beraten Kommunen, Eigentümer und weitere Akteure der Stadtentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und praxisnah. Dabei steuern wir Fördermittel und Finanzen gezielt, um die Umsetzung Ihrer Vorhaben effizient zu unterstützen. Gleichzeitig führen wir Bürgerbeteiligungsprozesse durch, um die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung und Gestaltung ihres Lebensraums einzubinden. So schaffen wir gemeinsam zukunftsfähige, lebendige Quartiere und Städte.

Projekte

Die Vorteile eines Sanierungsträgers zeigen sich insbesondere in seiner Rolle als moderierende, vernetzende und fachlich flexible Instanz innerhalb komplexer Stadtentwicklungsprozesse. Durch seine Moderation und Neutralität kann der Sanierungsträger zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und lösungsorientierte Abstimmungen begleiten. Seine Vernetzung und der Wissenstransfer ermöglichen den kontinuierlichen Austausch bewährter Verfahren und innovativer Ansätze zwischen unterschiedlichen Projekten und Kommunen. Darüber hinaus profitiert die Arbeit von der Einbindung in überregionale Netzwerke, die den Zugang zu fachlichem Know-how und aktuellen Entwicklungen der Städtebauförderung sichern. Dank flexibler fachlicher Ressourcen kann der Sanierungsträger auf die individuellen Anforderungen jeder Kommune passgenau reagieren.

Diese Vorteile spiegeln sich in einer Vielzahl von Projekten der DSK in Hannover wider – unter anderem in den Programmen:

  • Peine-Südstadt
  • Garbsen Berenbostel-Kronsberg/Auf der Horst
  • Eldagsen Innenstadt,
  • Emmerthal Zentrum,
  • Gronau Südliche Leineinseln
  • Lauenau Ortsmitte
  • Emmerthal/Aerzen,
  • Eschershausen-Stadtoldendorf,
  • Friedland,
  • Hankensbüttel
  • Lachendorf,
  • Samtgemeinde Mittelweser
  • Nörten-Hardenberg Süd
  • Rethem Zentrum
  • Hardegsen „Vor dem Tore“
  • Rinteln Historische Ortslage
  • Elze Innenstadt
  • Soltau „Sanierung der Soltauer Kernstadt“
  • Moringen Kernstadt

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

Bild von Catharina Lippold

Catharina Lippold

Gebietsleitung

DSK-Standort Hannover, Schillerstraße 29/30, 30159 Hannover
Telefon +49 511 53098-0
E-Mail catharina.lippold@dsk-gmbh.de

Standorte

Der DSK-Standort Berlin

Mit 35 Mitarbeitenden zählt der Standort Berlin zu den größten Büros der DSK. Vom Standort auf der Fischerinsel werden die Länder Berlin und Brandenburg betreut.

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Landschaftsarchitektur, Baumanagement, Umwelt und Mobilität – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

DSK Büro Berlin: Heller Besprechungsraum mit großem rechteckigen Konferenztisch, umlaufend grauen Polsterstühlen, einer großen Stadtkarte an der Wand, einem Fernseher auf einem Sideboard und Regalen mit Büchern und Getränken im Hintergrund.

Leistungen & Projekte

Der Fokus am Standort Berlin liegt auf der Steuerung komplexer städtebaulicher Großprojekte und hier im Spektrum von der Vorbereitung (Machbarkeitsstudien, Voruntersuchungen), über die Betreuung von städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und Projektsteuerungsmaßnahmen bis zur baulichen Umsetzung von Einzelprojekten (Bauherrenvertreter des Landes Berlin).

  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“
  • Projektsteuerung Schumacher Quartier (Nachnutzung Flughafen Tegel)
  • Projektsteuerung Molkenmarkt
  • Freianlagen Humboldt-Forum
  • Abriss ehem. BND Gebäude an der Neumannsgasse
  • Flusstreppe 
  • Vorbereitende Untersuchung Blankenburger Süden
  • Projektsteuerung der Qualifizierung der Masterplanung Schönefeld Nord
  • Struktur- & Handlungskonzept für den Berliner Nordostraum

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

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Andreas Kniewel

Gebietsleiter / Mitglied der Geschäftsleitung

DSK-Standort Berlin/Brandenburg, Gertraudenstraße 20, 10178 Berlin
Telefon +49 30 3116974-0, E-Mail andreas.kniewel@dsk-gmbh.de

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