18. November 2025

Carsten Lottner, DSK-Büro Bielefeld

Wohnraumreaktivierung durch 18 Investoren

Die Bedeutung der Steinheimer Innenstadt als Einzelhandelsstandort ist aufgrund der nachlassenden Angebotsvielfalt insbesondere durch konkurrierende Einzelhandelsangebote am Innenstadtrand und den Online-Handel stark zurückgegangen. Daraus resultieren zahlreiche leerstehende Immobilien im Stadtkern, die das Stadtbild und den Immobilienmarkt negativ beeinflussen. Neue Initiativen zur Aktivierung der Leerstände sind erforderlich.

Auch der Marktplatz mitten in der Innenstadt ist massiv von Leerständen betroffen. Die Stadt Steinheim hat mit dem Erwerb von fünf Gebäuden im Zuge der Ausübung des allgemeinen Vorkaufsrechts im Sanierungsgebiet die zukunftsweisende Umstrukturierung des ehemaligen Einzelhandelsstandortes Marktplatz gestartet. Die gemischt genutzten Immobilien wurden im Zuge des Stadtumbaus teilweise abgebrochen und vollständig entkernt. Anschließend wurde für die fünf Gebäude eine umfassende Sanierung vorbereitet und die nicht mehr nutzbaren Bauteile vollständig zurückgebaut. Die erhaltenswerten Bauteile werden nun in die geplante Umstrukturierung einbezogen.

Im Vordergrund steht dabei das Ziel der Stadt, den Innenstadtkern zu aktivieren und Wohnraum im Bestand zu schaffen. Die Stadt übernahm die Rolle als Projektinitiator und hat auf Basis einer Bedarfsanalyse konkrete Umnutzungsperspektiven für die sanierungsbedürftigen bzw. teilweise abgängigen Immobilien entwickelt. Den Ausgangspunkt für die Planung bildete eine von der DSK begleitete Machbarkeitsprüfung von drei Architekturbüros, auf dessen Grundlage ein lokales Architekturbüro mit der planerischen und baulichen Umsetzung beauftragt wurde. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Realisierung ist, dass der Inhaber des Architekturbüros nicht nur als Planer, sondern auch als Mitinvestor auftritt. Vertrauensbildend wirkten zudem die anfängliche Beteiligung der Volksbank und die Einbindung eines örtlichen Steuerberaters.

Die an der Projektentwicklungsgesellschaft beteiligten Unternehmerinnen und freiberuflich Tätigen sind fast alle in Steinheim ansässig und investieren unter dem Motto „Von Steinheimern für Steinheim“ jeweils sechsstellige Beträge in die Gesellschaft. Der Modellcharakter des Projekts wurde durch die Aufnahme in die Regionale Ostwestfalen-Lippe 2022 unterstrichen. Die DSK wurde mit der treuhänderischen Projektsteuerung beauftragt.

Mit der Maßnahme „Generationenquartier am Kump“ wird ein weiterer Meilenstein im Stadtumbauprozess umgesetzt. Mit Blick auf die Strukturprobleme hat die Stadt entschieden, in den Erdgeschossen keinen Einzelhandel mehr anzusiedeln. Mit dem Ziel der Stärkung des Gesundheitsstandorts werden in der Erdgeschosszone eine Kindertagesstätte und eine Seniorenpflegepflege angesiedelt. In den zwei Obergeschossen und dem Dachgeschoss entstehen moderne Eigentums- und Mietwohnungen, davon fünf mit Sozialbindung.

Der Besitzübergang an die Investorengesellschaft erfolgt, sobald die Stadt die vorbereitenden Arbeiten zur Entkernung, zum Teilrückbau und zur statischen Sicherung abgeschlossen hat. Über die breit aufgestellte Investorengemeinschaft wird das Vorhaben realisiert. Für die Investorengemeinschaft haben eine Modernisierungs- und Instandsetzungsvereinbarung abgeschlossen. Sie bildet die Grundlage für die Nutzung der erhöhten steuerlichen Begünstigung im Sanierungsgebiet, einen wichtigen Investitionsanreiz. Zudem werden für das über 10 Mio. Euro umfassende Immobilienprojekt rund 4,6 Mio. Euro Fördermittel (Städtebauförderung, KfW und Wohnungsbauförderung NRW) gebündelt eingesetzt – einen weiteren Erfolgsfaktor in Kombination mit der erhöhten steuerlichen Begünstigung im Sanierungsgebiet.

Das Generationenquartier leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung: Durch die energieeffiziente Sanierung werden Ressourcen geschont. Die Betreuungsangebote im Erdgeschoss tragen zum sozialen Zusammenhalt bei und der geförderte Wohnraum verbessert die soziale Wohnraumversorgung. Zudem ist die Sanierung wirtschaftlicher als ein vergleichbarer Neubau und es wird ein wesentlicher Schritt zur Transformation des Einzelhandelsstandorts erfolgreich umgesetzt.

Standorte

Das DSK-Büro Hannover

Mit 19 Mitarbeitenden am Standort Hannover betreuen wir seit über 30 Jahren 80 Sanierungsmaßnahmen in Niedersachsen. 

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Umwelt und Mobilität, Quartiersmanagement und Immobilien – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

Historischer Stadtplatz mit großem Baum in der Mitte, umgeben von gepflegter Rasenfläche und niedriger Einfassung. Im Hintergrund stehen mehrgeschossige, reich verzierte Altbauten mit roten Ziegeldächern und weißen Fassadendetails, während Autos am Rand parken.

Leistungen

Unser Büro leitet Projekte der Stadt- und Quartierentwicklung und setzt städtebauliche Dienstleistungen am Standort Hannover engagiert um. Wir beraten Kommunen, Eigentümer und weitere Akteure der Stadtentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und praxisnah. Dabei steuern wir Fördermittel und Finanzen gezielt, um die Umsetzung Ihrer Vorhaben effizient zu unterstützen. Gleichzeitig führen wir Bürgerbeteiligungsprozesse durch, um die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung und Gestaltung ihres Lebensraums einzubinden. So schaffen wir gemeinsam zukunftsfähige, lebendige Quartiere und Städte.

Projekte

Die Vorteile eines Sanierungsträgers zeigen sich insbesondere in seiner Rolle als moderierende, vernetzende und fachlich flexible Instanz innerhalb komplexer Stadtentwicklungsprozesse. Durch seine Moderation und Neutralität kann der Sanierungsträger zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und lösungsorientierte Abstimmungen begleiten. Seine Vernetzung und der Wissenstransfer ermöglichen den kontinuierlichen Austausch bewährter Verfahren und innovativer Ansätze zwischen unterschiedlichen Projekten und Kommunen. Darüber hinaus profitiert die Arbeit von der Einbindung in überregionale Netzwerke, die den Zugang zu fachlichem Know-how und aktuellen Entwicklungen der Städtebauförderung sichern. Dank flexibler fachlicher Ressourcen kann der Sanierungsträger auf die individuellen Anforderungen jeder Kommune passgenau reagieren.

Diese Vorteile spiegeln sich in einer Vielzahl von Projekten der DSK in Hannover wider – unter anderem in den Programmen:

  • Peine-Südstadt
  • Garbsen Berenbostel-Kronsberg/Auf der Horst
  • Eldagsen Innenstadt,
  • Emmerthal Zentrum,
  • Gronau Südliche Leineinseln
  • Lauenau Ortsmitte
  • Emmerthal/Aerzen,
  • Eschershausen-Stadtoldendorf,
  • Friedland,
  • Hankensbüttel
  • Lachendorf,
  • Samtgemeinde Mittelweser
  • Nörten-Hardenberg Süd
  • Rethem Zentrum
  • Hardegsen „Vor dem Tore“
  • Rinteln Historische Ortslage
  • Elze Innenstadt
  • Soltau „Sanierung der Soltauer Kernstadt“
  • Moringen Kernstadt

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

Bild von Catharina Lippold

Catharina Lippold

Gebietsleitung

DSK-Büro Hannover, Schillerstraße 29/30, 30159 Hannover
Telefon +49 511 53098-0
E-Mail catharina.lippold@dsk-gmbh.de

Standorte

Das DSK-Büro Berlin

Mit 35 Mitarbeitenden zählt der Standort Berlin zu den größten Büros der DSK. Vom Standort auf der Fischerinsel werden die Länder Berlin und Brandenburg betreut.

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Landschaftsarchitektur, Baumanagement, Umwelt und Mobilität – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

DSK Büro Berlin: Heller Besprechungsraum mit großem rechteckigen Konferenztisch, umlaufend grauen Polsterstühlen, einer großen Stadtkarte an der Wand, einem Fernseher auf einem Sideboard und Regalen mit Büchern und Getränken im Hintergrund.

Leistungen & Projekte

Der Fokus im Büro Berlin liegt auf der Steuerung komplexer städtebaulicher Großprojekte und hier im Spektrum von der Vorbereitung (Machbarkeitsstudien, Voruntersuchungen), über die Betreuung von städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und Projektsteuerungsmaßnahmen bis zur baulichen Umsetzung von Einzelprojekten (Bauherrenvertreter des Landes Berlin).

  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“
  • Projektsteuerung Schumacher Quartier (Nachnutzung Flughafen Tegel)
  • Projektsteuerung Molkenmarkt
  • Freianlagen Humboldt-Forum
  • Abriss ehem. BND Gebäude an der Neumannsgasse
  • Flusstreppe 
  • Vorbereitende Untersuchung Blankenburger Süden
  • Projektsteuerung der Qualifizierung der Masterplanung Schönefeld Nord
  • Struktur- & Handlungskonzept für den Berliner Nordostraum

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

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Andreas Kniewel

Gebietsleiter / Mitglied der Geschäftsleitung

DSK-Büro Berlin/Brandenburg, Gertraudenstraße 20, 10178 Berlin
Telefon +49 30 3116974-0, E-Mail andreas.kniewel@dsk-gmbh.de

→ Zum Video über das DSK-Büro Berlin