4. November 2025

Marco Kern. DSK-Büro Heidelberg

Wohnraumförderung in der Bahnstadt Heidelberg

Als Universitätsstadt und im Herzen der wirtschaftsstarken Metropolregion Rhein-Neckar hat Heidelberg seit Jahren steigende Mietpreise zu kämpfen. Im deutschlandweiten Mietvergleich belegt Heidelberg meist Spitzenplätze und bewegt sich dabei auf dem Niveau der Stadt Hamburg und nur knapp hinter Stuttgart und Freiburg.

Die Entwicklung eines ganzen Stadtteils auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs ermöglicht der Stadt, der großen Nachfrage nach Wohnraum zu begegnen. Mit der Bahnstadt entsteht seit 2008 der 15. Stadtteil der Stadt Heidelberg. Als neuer Wohnstandort entstehen auf einer Fläche von rund 125 Hektar Wohnquartiere, Büroflächen und Gewerbestandorte, Einzelhandel, Parks, Kindergarteneinrichtungen, eine Schule, Kultureinrichtungen, eine Technologie- und eine Forschungseinrichtung und mittlerweile bereits rund 3.500 neue Wohneinheiten – alles in Passivbauweise. Die DSK unterstützt als langjähriger Partner, Entwicklungsmanager und Treuhänder bei der Entwicklung des neuen, zukunftsweisenden und lebenswerten Stadtteils. Mit einer Strom- und Wärmeversorgung durch 100 Prozent erneuerbare Energien, einem hohen Baustandard, vielen Baumpflanzungen und einem ausgeklügelten Regenwassermanagementsystem durch lange Wasserbecken und der Versickerung vor Ort entsteht in Heidelberg eines der größten nachhaltigen Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands.

Der Passivhausneubaustandard führt dazu, dass Wohnen in der Bahnstadt vergleichsweise teurer ist. Um das selbstgesteckte Ziel eines durchmischten Quartiers zu erreichen, startete die Stadt zeitgleich mit dem Einzug der ersten Bewohner:innen im Jahr 2012 mit einer direkten Wohnraumförderung für Haushalte in Mietwohnungen der Bahnstadt. Diese Subjektförderung bezeichnet einen einkommensabhängigen Mietzuschuss in Höhe von bis zu vier Euro pro Quadratmeter (förderfähiger Wohnfläche). Die Förderung richtet sich an unterschiedliche Haushaltsgrößen und eine breite Spanne an Einkommensstrukturen. So lag die Einkommensgrenze bei Mieter:innen teils bis zu 80.000 Euro. Die Förderung war ursprünglich für maximal 10 Jahre vorgesehen und konnte in der Regel gestaffelt in 2-Jahres-Zeiträumen beantragt werden. Auch die maximal förderfähigen Wohnflächen sind begrenzt, wobei zwar eine Überschreitung zulässig ist, die zusätzlichen Quadratmeter dann jedoch nicht weiter förderfähig sind.

In dem Fördertopf sind bis zu 6 Millionen Euro vorgesehen. Damit sollte ein Flächenvolumen von 300.000 m², mindestens 300 Wohneinheiten, also ca. 20 Prozent der gesamten Wohnbaufläche der Bahnstadt gefördert werden (Stand 2017).

Zu Beginn wurde auch der Erwerb von eigengenutztem Wohneigentum bezuschusst. Die Förderobergrenze lag bei einer vierköpfigen Familie bei einem Haushaltsnettoeinkommen von rund 67.500 Euro brutto im Jahr. Bei Paaren oder Lebensgemeinschaften bei bis zu 76.000 Euro brutto. Die Förderung von Wohneigentumserwerb wurde jedoch bereits nach wenigen Jahren eingestellt, weil sich der Mietzuschuss als zielführender für breitere Wohnraumförderung erwies.

Ein Ziel der besonderen Subjektförderung in der Bahnstadt (sogenannte Bahnstadtförderung) ist die Unterstützung von Schwellenhaushalten, welche ohne Wohnberechtigungsschein keine Chancen im klassischen sozialen Wohnraum haben und gleichzeitig große Schwierigkeiten erfahren, im normalen marktwirtschaftlichen Wohnungsmarkt unterzukommen. Trotz allen ist das Fördervolumen endlich, weshalb die Anträge für die Bahnstadtförderung nur noch bis zum Jahresende 2023 gestellt werden konnten.

Mit dem Modell der Subjektförderung versteht die Stadt verschiedene Herausforderungen zu adressieren. Die sogenannte „soziale Vielfalt“ ist ein Ziel der Förderung, die gleichermaßen mitbestimmte Zielgruppe von Studierenden unterstützt. Außerdem unterstützt sie die „soziale Förderung“ von Haushalten, die in der sozialen Wohnraumförderung nicht vorgesehen sind, weil die Einkommen häufig zu hoch sind, jedoch gleichwohl keine Einzeleigentümer:innen werden können und manchmal auf dem freien Wohnungsmarkt verdrängt werden. Die Subjektförderung ermöglicht den Bewohner:innen der Bahnstadt eine echte finanzielle Entlastung und schafft damit einen Anreiz zur Sozialdurchmischung vor Ort. Die Objektförderung hingegen unterstützt die Wohnbauaktivität direkt und erhält somit den Bestand durch einen nachhaltigen und langfristigen Vermögensaufbau.

Gebäude EUREF Campus Düsseldorf Innenansicht DSK Büro Düsseldorf. Modernes Atrium eines Bürogebäudes mit großer gläserner Kuppel in der Mitte, umgeben von begrünten Büroetagen und Sitzbereichen.

Standorte

Das DSK-Büro Hannover

Mit 19 Mitarbeitenden am Standort Hannover betreuen wir seit über 30 Jahren 80 Sanierungsmaßnahmen in Niedersachsen. 

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Umwelt und Mobilität, Quartiersmanagement und Immobilien – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

Historischer Stadtplatz mit großem Baum in der Mitte, umgeben von gepflegter Rasenfläche und niedriger Einfassung. Im Hintergrund stehen mehrgeschossige, reich verzierte Altbauten mit roten Ziegeldächern und weißen Fassadendetails, während Autos am Rand parken.

Leistungen

Unser Büro leitet Projekte der Stadt- und Quartierentwicklung und setzt städtebauliche Dienstleistungen am Standort Hannover engagiert um. Wir beraten Kommunen, Eigentümer und weitere Akteure der Stadtentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und praxisnah. Dabei steuern wir Fördermittel und Finanzen gezielt, um die Umsetzung Ihrer Vorhaben effizient zu unterstützen. Gleichzeitig führen wir Bürgerbeteiligungsprozesse durch, um die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung und Gestaltung ihres Lebensraums einzubinden. So schaffen wir gemeinsam zukunftsfähige, lebendige Quartiere und Städte.

Projekte

Die Vorteile eines Sanierungsträgers zeigen sich insbesondere in seiner Rolle als moderierende, vernetzende und fachlich flexible Instanz innerhalb komplexer Stadtentwicklungsprozesse. Durch seine Moderation und Neutralität kann der Sanierungsträger zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und lösungsorientierte Abstimmungen begleiten. Seine Vernetzung und der Wissenstransfer ermöglichen den kontinuierlichen Austausch bewährter Verfahren und innovativer Ansätze zwischen unterschiedlichen Projekten und Kommunen. Darüber hinaus profitiert die Arbeit von der Einbindung in überregionale Netzwerke, die den Zugang zu fachlichem Know-how und aktuellen Entwicklungen der Städtebauförderung sichern. Dank flexibler fachlicher Ressourcen kann der Sanierungsträger auf die individuellen Anforderungen jeder Kommune passgenau reagieren.

Diese Vorteile spiegeln sich in einer Vielzahl von Projekten der DSK in Hannover wider – unter anderem in den Programmen:

  • Peine-Südstadt
  • Garbsen Berenbostel-Kronsberg/Auf der Horst
  • Eldagsen Innenstadt,
  • Emmerthal Zentrum,
  • Gronau Südliche Leineinseln
  • Lauenau Ortsmitte
  • Emmerthal/Aerzen,
  • Eschershausen-Stadtoldendorf,
  • Friedland,
  • Hankensbüttel
  • Lachendorf,
  • Samtgemeinde Mittelweser
  • Nörten-Hardenberg Süd
  • Rethem Zentrum
  • Hardegsen „Vor dem Tore“
  • Rinteln Historische Ortslage
  • Elze Innenstadt
  • Soltau „Sanierung der Soltauer Kernstadt“
  • Moringen Kernstadt

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

Bild von Catharina Lippold

Catharina Lippold

Gebietsleitung

DSK-Büro Hannover, Schillerstraße 29/30, 30159 Hannover
Telefon +49 511 53098-0
E-Mail catharina.lippold@dsk-gmbh.de

Standorte

Das DSK-Büro Berlin

Mit 35 Mitarbeitenden zählt der Standort Berlin zu den größten Büros der DSK. Vom Standort auf der Fischerinsel werden die Länder Berlin und Brandenburg betreut.

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Landschaftsarchitektur, Baumanagement, Umwelt und Mobilität – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

DSK Büro Berlin: Heller Besprechungsraum mit großem rechteckigen Konferenztisch, umlaufend grauen Polsterstühlen, einer großen Stadtkarte an der Wand, einem Fernseher auf einem Sideboard und Regalen mit Büchern und Getränken im Hintergrund.

Leistungen & Projekte

Der Fokus im Büro Berlin liegt auf der Steuerung komplexer städtebaulicher Großprojekte und hier im Spektrum von der Vorbereitung (Machbarkeitsstudien, Voruntersuchungen), über die Betreuung von städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und Projektsteuerungsmaßnahmen bis zur baulichen Umsetzung von Einzelprojekten (Bauherrenvertreter des Landes Berlin).

  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“
  • Projektsteuerung Schumacher Quartier (Nachnutzung Flughafen Tegel)
  • Projektsteuerung Molkenmarkt
  • Freianlagen Humboldt-Forum
  • Abriss ehem. BND Gebäude an der Neumannsgasse
  • Flusstreppe 
  • Vorbereitende Untersuchung Blankenburger Süden
  • Projektsteuerung der Qualifizierung der Masterplanung Schönefeld Nord
  • Struktur- & Handlungskonzept für den Berliner Nordostraum

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

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Andreas Kniewel

Gebietsleiter / Mitglied der Geschäftsleitung

DSK-Büro Berlin/Brandenburg, Gertraudenstraße 20, 10178 Berlin
Telefon +49 30 3116974-0, E-Mail andreas.kniewel@dsk-gmbh.de

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