10. Februar 2026

Alexander Gess, Hannes Kasties (DSK Hamburg)

Planen im Klimawandel: Wie Städte neu denken müssen

Klimawandel und Energiewende verändern die Stadtentwicklung tiefgreifend. Gefragt sind neue Denkweisen, integrierte Verfahren und Kooperationen über Fach- und Sektorgrenzen hinweg. Kommunale Wärmeplanung und Klimafolgenanpassung zeigen, wie Klimaschutz zur Querschnittsaufgabe wird – und was Städte und Gemeinden dafür brauchen.

Neue Anforderungen an die Stadtplanung

Hitzeperioden, Starkregen, steigende Energiekosten: All das zeigt, dass Stadtentwicklung neu gedacht werden muss. Es geht nicht mehr allein um technische Lösungen, sondern um ein anderes Verständnis von Planung. Starre Zuständigkeiten und getrennte Fachlogiken stoßen an ihre Grenzen. Heute zählt ein integrierter, flexibler und interdisziplinärer Ansatz, der alle relevanten Akteure einbindet. Der Wandel reicht bis in die kommunale Praxis. Energieversorgung, Gebäude, Freiräume – alles hängt zusammen. Besonders deutlich wird das in der Wärmeplanung und in der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Historische Häuserzeile mit Straßencafés, Außentischen und Fußgängern an einer gepflasterten Altstadtstraße.
Langzeitbelichtugn einer Strasse bei Abendlicht, im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen.

Verknüpfen statt trennen

Lange war Stadtplanung von klaren Zuständigkeiten geprägt. Energie, Verkehr, Umwelt und Soziales liefen nebeneinander her. Dieses Denken greift heute zu kurz.

Integrative Planung verknüpft Sektoren, nutzt Ressourcen effizienter und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Städte gegenüber Klimaextremen. Treiber sind die Klimaschutzziele der EU und des Bundes, aber auch die stärkere Berücksichtigung von Ökosystemdienstleistungen und erneuerbaren Energien. Nachhaltige Stadtentwicklung denkt Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gemeinsam.

Dabei geht es nicht nur um CO₂-Reduktion. Auch grüne Lebensräume, Biodiversität und Lebensqualität stehen im Mittelpunkt. In vielen Bundesländern arbeiten Raumordnung und Fachplanungen inzwischen enger zusammen, um Flächen für erneuerbare Energien zu sichern. Konzepte wie die Schwammstadt, die Starkregen durch Begrünung abpuffert, oder die Sektorkopplung zeigen, dass sektorübergreifende Lösungen zum Standard werden.

Die frühere Trennung von Verkehrs-, Energie- und Umweltplanung weicht interdisziplinären Teams und runden Tischen. Hier werden Synergien sichtbar, die früher ungenutzt blieben.


Kommunale Wärmeplanung als wichtiger Baustein

Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wie integrierte Stadtentwicklung praktisch funktioniert. Sie soll die Wärmeversorgung klimafreundlich, effizient und zukunftssicher gestalten.

Früher wurde Wärmeplanung isoliert betrachtet. Heute umfasst sie den gesamten Energiebedarf einer Stadt und berücksichtigt Klimaschutz ebenso wie Klimaanpassung. Neben erneuerbaren Energien und Gebäudesanierung zählt auch die Widerstandsfähigkeit der Versorgungssysteme.

Doch angesichts häufiger Hitzewellen und Starkregen muss auch die Versorgung selbst klimaresilient werden. Sektorübergreifendes Denken zahlt sich hier aus. Abwärme aus Industrieprozessen kann in Fernwärmenetze eingespeist werden – eine sinnvolle Ergänzung zu Wärmepumpen und Solarthermie. Ein robustes Wärmenetz erhöht die Versorgungssicherheit bei Extremwetter und senkt langfristig Kosten.


Klimaanpassung als Daueraufgabe

Klimaschutz allein genügt nicht. Städte müssen sich auch auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Hitzewellen, Starkregen und Dürreperioden verlangen angepasste Infrastrukturen. Mehr Grünflächen, Schattenräume und Rückhalteflächen für Wasser gehören ebenso dazu wie flexible technische Systeme.
Erfolgreiche Klimafolgenanpassung gelingt nur gemeinsam. Stadtplaner:innen, Energieversorger, Umweltbehörden, Bürgerinitiativen und Politik müssen Strategien gemeinsam entwickeln. Nur so lassen sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele zusammenführen.


Planung mit den Menschen

Integrative Planung bedeutet auch, Bürger:innen frühzeitig einzubeziehen. Beteiligung, die erst am Ende stattfindet, führt häufig zu Konflikten. Die „Not in my backyard“-Bewegung bei Windparks und Stromtrassen zeigt eindrucksvoll mit welcher Vehemenz die Bevölkerung auf mangelnde Einbindung reagieren kann. Heute gilt Partizipation als Schlüssel zu tragfähigen Lösungen.
Viele Kommunen setzen auf Bürgerforen oder Bürgerräte, um Akzeptanz zu schaffen und lokales Wissen zu nutzen. Drei Schritte sind dabei entscheidend:

  • Informieren: Ziele und Vorhaben früh und transparent kommunizieren.
  • Mitgestalten: Bürger:innen aktiv in Planungsprozesse einbeziehen.
  • Eigeninitiative fördern: Ideen aus der Bevölkerung aufgreifen, etwa durch Energiegenossenschaften

Wenn Lösungen gemeinsam entstehen, wachsen Verständnis und Akzeptanz. So bleibt Planung nicht abstrakt, sondern wird zum Gemeinschaftsprojekt.


Fazit: Lernen, vernetzen, handeln

Energie- und Klimakrise haben die Stadtplanung in Deutschland verändert. Klassische Strukturen weichen agilen, fachübergreifenden Ansätzen. Interdisziplinäre Teams und partizipative Verfahren werden zum Standard. Klimaschutz ist heute, auch dank zahlreicher neuer Gesetze und Programme, Querschnittsaufgabe. Auch bei der DSK gehört integratives Arbeiten längst zur Praxis.
Doch der Wandel braucht Zeit, Ressourcen und Lern- und Kompromissbereitschaft. Planung muss flexibler, belastbarer und gemeinschaftlicher werden. Deutschland hat wichtige Schritte getan. Jetzt gilt es, diesen Weg entschlossen weiterzugehen – mit klarer Richtung und gemeinsamem Willen. Sodass Tempo, Teilhabe und Gründlichkeit in ein zukunftsfähiges Gleichgewicht kommen.

Mehrere Personen betrachten unter einem Pavillon Ausstellungstafeln mit Plänen und Visualisierungen; ein Mann zeigt auf eine Detailzeichnung und diskutiert die dargestellten Inhalte.

Früher wurde Wärmeplanung häufig isoliert betrachtet. Heute geht es um weit mehr: Sie umfasst den gesamten Wärmebedarf einer Stadt und bezieht den Klimaschutz konsequent mit ein. Neben erneuerbaren Energien und der Gebäudesanierung spielen auch die Widerstandsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Versorgungssysteme eine zentrale Rolle.

Generell basiert die Wärmeversorgung der Zukunft auf einem Zusammenspiel verschiedener erneuerbarer Wärmetechnologien sowie einer effizienten Kopplung mit dem Stromsektor.

Sektorübergreifendes Denken ist dabei der Schlüssel. Abwärme aus Industrieprozessen kann zum Beispiel in Fernwärmenetze eingespeist werden – eine sinnvolle Ergänzung zu Wärmepumpen und Solarthermie. Auch Grün- und Freiflächen müssen im Hinblick auf die Nutzung für erneuerbare Energien neu gedacht werden.

Wenn alle lokalen Energiepotenziale einer Stadt genutzt werden, lässt sich Energieverschwendung vermeiden und Abwärme sinnvoll wiederverwenden. So entsteht ein zukunftsfähiges Wärmesystem, das klimaneutral, effizient und verlässlich ist – und die vorhandenen Ressourcen optimal ausschöpft.

Das neu aufgelegte KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ unterstützt dabei, diese energetischen Ziele in einzelnen Quartieren umzusetzen und ist damit ein wichtiger Baustein für Gebiete mit erhöhtem Einsparpotenzial.

Gefördert werden zum einen integrierte Quartierskonzepte, inklusive Bestandsanalyse, Energie- und Treibhausgasbilanz, Maßnahmenplänen sowie Beteiligungskonzepte.

Zum anderen wird das Sanierungsmanagement unterstützt, das die Umsetzung der Maßnahmen aus dem zuvor erarbeiteten Quartierskonzept begleitet.

Wir begleiten Kommunen durch den gesamten KfW-432-Prozess. Von der Förderfähigkeits-Prüfung über das Quartierskonzept bis zum Sanierungsmanagement. Mit praxiserprobten Methoden, klaren Zeitplänen und messbaren Ergebnissen. Jetzt mehr erfahren:

Standorte

Das DSK-Büro Hannover

Mit 19 Mitarbeitenden am Standort Hannover betreuen wir seit über 30 Jahren 80 Sanierungsmaßnahmen in Niedersachsen. 

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Umwelt und Mobilität, Quartiersmanagement und Immobilien – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

Historischer Stadtplatz mit großem Baum in der Mitte, umgeben von gepflegter Rasenfläche und niedriger Einfassung. Im Hintergrund stehen mehrgeschossige, reich verzierte Altbauten mit roten Ziegeldächern und weißen Fassadendetails, während Autos am Rand parken.

Leistungen

Unser Büro leitet Projekte der Stadt- und Quartierentwicklung und setzt städtebauliche Dienstleistungen am Standort Hannover engagiert um. Wir beraten Kommunen, Eigentümer und weitere Akteure der Stadtentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und praxisnah. Dabei steuern wir Fördermittel und Finanzen gezielt, um die Umsetzung Ihrer Vorhaben effizient zu unterstützen. Gleichzeitig führen wir Bürgerbeteiligungsprozesse durch, um die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung und Gestaltung ihres Lebensraums einzubinden. So schaffen wir gemeinsam zukunftsfähige, lebendige Quartiere und Städte.

Projekte

Die Vorteile eines Sanierungsträgers zeigen sich insbesondere in seiner Rolle als moderierende, vernetzende und fachlich flexible Instanz innerhalb komplexer Stadtentwicklungsprozesse. Durch seine Moderation und Neutralität kann der Sanierungsträger zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und lösungsorientierte Abstimmungen begleiten. Seine Vernetzung und der Wissenstransfer ermöglichen den kontinuierlichen Austausch bewährter Verfahren und innovativer Ansätze zwischen unterschiedlichen Projekten und Kommunen. Darüber hinaus profitiert die Arbeit von der Einbindung in überregionale Netzwerke, die den Zugang zu fachlichem Know-how und aktuellen Entwicklungen der Städtebauförderung sichern. Dank flexibler fachlicher Ressourcen kann der Sanierungsträger auf die individuellen Anforderungen jeder Kommune passgenau reagieren.

Diese Vorteile spiegeln sich in einer Vielzahl von Projekten der DSK in Hannover wider – unter anderem in den Programmen:

  • Peine-Südstadt
  • Garbsen Berenbostel-Kronsberg/Auf der Horst
  • Eldagsen Innenstadt,
  • Emmerthal Zentrum,
  • Gronau Südliche Leineinseln
  • Lauenau Ortsmitte
  • Emmerthal/Aerzen,
  • Eschershausen-Stadtoldendorf,
  • Friedland,
  • Hankensbüttel
  • Lachendorf,
  • Samtgemeinde Mittelweser
  • Nörten-Hardenberg Süd
  • Rethem Zentrum
  • Hardegsen „Vor dem Tore“
  • Rinteln Historische Ortslage
  • Elze Innenstadt
  • Soltau „Sanierung der Soltauer Kernstadt“
  • Moringen Kernstadt

Kontakt

Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da

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Catharina Lippold

Gebietsleitung

DSK-Büro Hannover, Schillerstraße 29/30, 30159 Hannover
Telefon +49 511 53098-0
E-Mail catharina.lippold@dsk-gmbh.de

Standorte

Das DSK-Büro Berlin

Mit 35 Mitarbeitenden zählt der Standort Berlin zu den größten Büros der DSK. Vom Standort auf der Fischerinsel werden die Länder Berlin und Brandenburg betreut.

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Landschaftsarchitektur, Baumanagement, Umwelt und Mobilität – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

DSK Büro Berlin: Heller Besprechungsraum mit großem rechteckigen Konferenztisch, umlaufend grauen Polsterstühlen, einer großen Stadtkarte an der Wand, einem Fernseher auf einem Sideboard und Regalen mit Büchern und Getränken im Hintergrund.

Leistungen & Projekte

Der Fokus im Büro Berlin liegt auf der Steuerung komplexer städtebaulicher Großprojekte und hier im Spektrum von der Vorbereitung (Machbarkeitsstudien, Voruntersuchungen), über die Betreuung von städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und Projektsteuerungsmaßnahmen bis zur baulichen Umsetzung von Einzelprojekten (Bauherrenvertreter des Landes Berlin).

  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“
  • Projektsteuerung Schumacher Quartier (Nachnutzung Flughafen Tegel)
  • Projektsteuerung Molkenmarkt
  • Freianlagen Humboldt-Forum
  • Abriss ehem. BND Gebäude an der Neumannsgasse
  • Flusstreppe 
  • Vorbereitende Untersuchung Blankenburger Süden
  • Projektsteuerung der Qualifizierung der Masterplanung Schönefeld Nord
  • Struktur- & Handlungskonzept für den Berliner Nordostraum

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Andreas Kniewel

Gebietsleiter / Mitglied der Geschäftsleitung

DSK-Büro Berlin/Brandenburg, Gertraudenstraße 20, 10178 Berlin
Telefon +49 30 3116974-0, E-Mail andreas.kniewel@dsk-gmbh.de

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