30. September 2026

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Dr. Paul Kowitz

Klimaanpassung im politischen Leerlauf

Die politische Debatte um Klimaanpassung leidet nicht an Ideen, sondern an politischer Eitelkeit. Während Parteien Zuständigkeiten verteidigen und neue Sonderprogramme erfinden, liegt eine praktikable Lösung längst auf dem Tisch. Nur zugreifen müsste jemand – bevor der nächste Hitzesommer Fakten schafft.

Vor etwa drei Wochen hatte wieder jemand ein Papier „in der Straßenbahn“ liegen gelassen. Dieses geflügelte Wort unter Interessensvertretern in Berlin beschreibt den Vorgang, wonach man auf einem inoffiziellen Weg an eine offizielle Unterlage gekommen ist, deren Quelle man zu verschleiern versucht. Das passiert in Zeiten von Social Media, Whistleblowing und überhaupt gesteigerten politischen Narzissmus immer öfter. Aber dieses Mal war etwas anders: Die Sprache des Papiers ließ vermuten, dass es in der Straßenbahn so ausgelegt worden war, dass es auch unbedingt gefunden werden sollte.

Es handelt sich um eine 13seitige, im Querformat gehaltene Präsentation der Bundeswirtschaftsministerin Reiche, deren Inhalt schnell zusammengefasst ist: Deutschlands Probleme sind „hausgemacht“, Vorgängerregierungen hätten „nicht geliefert“ und jetzt werde der „10-Pkt.-Energieplan der Ministerin“ unser Land wieder gesunden lassen. Das vermeintlich vertrauliche Papier ist ein wenig gelungener Marketing-Gag.

Spannender als was in der Unterlage steht, sind eigentlich die Schlagworte, die nicht darin zu finden sind. Während Deutschland über Hitzesommer und Klimafolgenanpassung spricht, spielt Klimawandel und Schutz vor Extremwetterereignissen im Papier der Ministerin keine Rolle. Das ist erstaunlich, überziehen sich die Parteien doch ausgangs des Sommers weiter gegenseitig mit Forderungen, was jetzt geschehen müsse.

Mittlerweile gibt es grob drei Positionen im politischen Raum: Die erste Gruppe wünscht sich, die Klimafolgenanpassung ins Grundgesetz aufzunehmen. Dass Pflegeheime mit Klimaanlagen ausgestattet werden, Kommunen auf Starkregenereignisse vorbereitet sind und Städte antizipativ nicht nur Solarisierungspotenziale sondern auch Hitzeinseln städtebaulich mitdenken, müsse zum Staatsziel erhoben werden. Der plakativ wirkende Wunsch scheitert schlicht daran, dass eine grundgesetzändernde Mehrheit nicht ohne Weiteres zu finden sein wird.

Pragmatischer ist die zweite Gruppe, angeführt von fünf CDU-Ministerpräsidenten, die jüngst ein Sonderprogramm der Städtebauförderung forderten. „Cooles Land“ soll mit 500 Mio. Euro für den Hitzeschutz ausgestattet werden und den Kommunen keine Eigenanteile abverlangen. Statt sich mit theoretischen Verfassungszusätzen zu beschäftigen, solle das Geld möglichst rasch ausgegeben werden, um für den nächsten Hitzesommer vorbereitet zu sein. Allerdings verkennt die Idee, dass die Programme der Städtebauförderung schon heute Klimaanpassungen mitdenken, es aber häufig an Umsetzungskapazitäten oder Genehmigungsfragen und nicht am Geld scheitert.

Bleibt die dritte – wenngleich auch die kleinlauteste – Gruppe, die zaghaft immer wieder darauf hinweist, dass es doch bereits das Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG) gibt. Es müsse nichts Neues erfunden werden, zumal es gerade mal seit 1. Juli 2024 in Kraft getreten ist. Man könnte dieses Planungsgesetz anpassen und zu einem echten Finanzierungsgesetz machen, mit der Städtebauförderung verzahnen und dem Schutz vor Extremwetterlagen einen Vorrang einräumen. Das wäre nicht nur am leichtesten, sondern auch schnell gemacht und politisch verträglich.

Warum also greift die Bundesenergieministerin Reiche diesen Vorschlag nicht in ihrer Präsentation auf? Der Grund ist so einfach wie politisch. Das Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG) befindet sich im Zuständigkeitsbereich des SPD-geführten Bundesumweltministeriums von Carsten Schneider. Damit betrifft das Gesetz zum einen nicht ihr Ressort, zum anderen müsste man dem Koalitionspartner den Punktsieg schenken, in dem man ihm das Thema überlässt, mit dem ja eigentlich die CDU punkten will.

Doch so punktet eben keiner – weder die SPD, noch die CDU, noch die Kommunen. Am Ende verharrt die politische Debatte im Stillstand. Dabei sollte im Sinne einer vorausschauenden Planung jetzt eine Entscheidung getroffen werden, um am Ende wirklich vorbereitet zu sein auf die nächsten Extremwetterereignisse – und vor allem die Kommunen in die Lage zu versetzen, entsprechende Vorsorge zu betreiben.

Standorte

Das DSK-Standort Hannover

Mit 19 Mitarbeitenden am Standort Hannover betreuen wir seit über 30 Jahren 80 Sanierungsmaßnahmen in Niedersachsen. 

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Umwelt und Mobilität, Quartiersmanagement und Immobilien – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

Historischer Stadtplatz mit großem Baum in der Mitte, umgeben von gepflegter Rasenfläche und niedriger Einfassung. Im Hintergrund stehen mehrgeschossige, reich verzierte Altbauten mit roten Ziegeldächern und weißen Fassadendetails, während Autos am Rand parken.

Leistungen

Unser Standort leitet Projekte der Stadt- und Quartierentwicklung und setzt städtebauliche Dienstleistungen am Standort Hannover engagiert um. Wir beraten Kommunen, Eigentümer und weitere Akteure der Stadtentwicklung im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und praxisnah. Dabei steuern wir Fördermittel und Finanzen gezielt, um die Umsetzung Ihrer Vorhaben effizient zu unterstützen. Gleichzeitig führen wir Bürgerbeteiligungsprozesse durch, um die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung und Gestaltung ihres Lebensraums einzubinden. So schaffen wir gemeinsam zukunftsfähige, lebendige Quartiere und Städte.

Projekte

Die Vorteile eines Sanierungsträgers zeigen sich insbesondere in seiner Rolle als moderierende, vernetzende und fachlich flexible Instanz innerhalb komplexer Stadtentwicklungsprozesse. Durch seine Moderation und Neutralität kann der Sanierungsträger zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und lösungsorientierte Abstimmungen begleiten. Seine Vernetzung und der Wissenstransfer ermöglichen den kontinuierlichen Austausch bewährter Verfahren und innovativer Ansätze zwischen unterschiedlichen Projekten und Kommunen. Darüber hinaus profitiert die Arbeit von der Einbindung in überregionale Netzwerke, die den Zugang zu fachlichem Know-how und aktuellen Entwicklungen der Städtebauförderung sichern. Dank flexibler fachlicher Ressourcen kann der Sanierungsträger auf die individuellen Anforderungen jeder Kommune passgenau reagieren.

Diese Vorteile spiegeln sich in einer Vielzahl von Projekten der DSK in Hannover wider – unter anderem in den Programmen:

  • Peine-Südstadt
  • Garbsen Berenbostel-Kronsberg/Auf der Horst
  • Eldagsen Innenstadt,
  • Emmerthal Zentrum,
  • Gronau Südliche Leineinseln
  • Lauenau Ortsmitte
  • Emmerthal/Aerzen,
  • Eschershausen-Stadtoldendorf,
  • Friedland,
  • Hankensbüttel
  • Lachendorf,
  • Samtgemeinde Mittelweser
  • Nörten-Hardenberg Süd
  • Rethem Zentrum
  • Hardegsen „Vor dem Tore“
  • Rinteln Historische Ortslage
  • Elze Innenstadt
  • Soltau „Sanierung der Soltauer Kernstadt“
  • Moringen Kernstadt

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Catharina Lippold

Gebietsleitung

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Telefon +49 511 53098-0
E-Mail catharina.lippold@dsk-gmbh.de

Standorte

Der DSK-Standort Berlin

Mit 35 Mitarbeitenden zählt der Standort Berlin zu den größten Büros der DSK. Vom Standort auf der Fischerinsel werden die Länder Berlin und Brandenburg betreut.

Unser Team vereint Spezialisten aus Stadtplanung, Geografie, Architektur, Landschaftsarchitektur, Baumanagement, Umwelt und Mobilität – für maßgeschneiderte Lösungen, die funktionieren.

DSK Büro Berlin: Heller Besprechungsraum mit großem rechteckigen Konferenztisch, umlaufend grauen Polsterstühlen, einer großen Stadtkarte an der Wand, einem Fernseher auf einem Sideboard und Regalen mit Büchern und Getränken im Hintergrund.

Leistungen & Projekte

Der Fokus am Standort Berlin liegt auf der Steuerung komplexer städtebaulicher Großprojekte und hier im Spektrum von der Vorbereitung (Machbarkeitsstudien, Voruntersuchungen), über die Betreuung von städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und Projektsteuerungsmaßnahmen bis zur baulichen Umsetzung von Einzelprojekten (Bauherrenvertreter des Landes Berlin).

  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“
  • Projektsteuerung Schumacher Quartier (Nachnutzung Flughafen Tegel)
  • Projektsteuerung Molkenmarkt
  • Freianlagen Humboldt-Forum
  • Abriss ehem. BND Gebäude an der Neumannsgasse
  • Flusstreppe 
  • Vorbereitende Untersuchung Blankenburger Süden
  • Projektsteuerung der Qualifizierung der Masterplanung Schönefeld Nord
  • Struktur- & Handlungskonzept für den Berliner Nordostraum

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Andreas Kniewel

Gebietsleiter / Mitglied der Geschäftsleitung

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